« Für mich ist Malen eine Brücke
zwischen mir und dem Leben.
Es ist eigentlich eine Berufung, ja, es ist ein
Dienst an der Liebe. Ich MUSS malen.
Es ist… sogar eine Meditationsform oder
es ist ein Gebet oder… »

Pina Dolce

 

 

Die Künstlerin Pina Dolce (45) malt, stellt Videos her, fotografiert und schreibt Gedichte. Mit 15 Jahren verliert sie ihr Augenlicht. Ihre Bilder zeugen jedoch von einer reflektierenden Wahrnehmung der Welt, die selbst Sehende ihre eigene Wahrnehmung hinterfragen lässt. Im Oktober 1991 findet sie während ihrer ausdrucks- und kunstorientierten Therapieausbildung wieder zum Malen. Dieser folgt ein dreijähriger Studienaufenthalt (Bachelor of Arts) in Boston, MA, USA, der ihre Freude am künstlerischen Ausdruck massgeblich beeinflusst sowie zu Ausstellungen, multidimensionalen Rauminstal- lationen und Performances führt. Seither sind zahl-reiche, Aquarelle und Gemälde entstanden. Ihre schöpferische Tätigkeit überzeugt durch ihre farbliche Lebendigkeit und Expression. Die Farben hat sich die Künstlerin nach ihrer inneren Vorstellung sowie ihrem Empfinden ausge- sucht. Sie sind oft mit
weiteren Materialien, wie etwa Sand oder Salz gemischt und mit den Händen auf den Bildträger aufgetragen.
Das verleiht ihnen eine dreidimensionale Textur, die noch von der Energie ihres Herstellung- sprozesses zeugt. Die Grenze zwischen Sicht- und Spürbarem verwischt und ihre haptische Präsenz wird durch die leuchtenden Farben raumgreifend.
Die grösste Arbeit « In der Nacht fliegt die Seele weiter – E la luna guarda » (2012), die eine Weltallperspektive
zeigt, steht dabei paradigmatisch für die neuen Werke, aber auch für die künstlerische Vision Dolces:

« Die Dunkelheit ist wie ein geschützter Raum. Er bietet die Möglichkeit, etwas Neues zu sehen. Man könnte auch sagen: In der Nacht fliegt die Seele weiter. »

 

Basel, 15. Februar 2013